Als ich den ursprünglichen Sprout Pro von HP testete, beeindruckten mich die Bedienmöglichkeiten, die sich aus der Kombination eines nach unten gerichteten Projektors mit einer Touchmatte ergeben. Weniger begeistert war ich von den 3D-Scan-Fähigkeiten des Sprout. Die Streifenlichttechnologie ermöglichte zwar sehr hochauflösende Geometrie und Texturen, doch die ansonsten ansprechend gestaltete Software hatte Mühe, einzelne Scans zu einem vollständigen 360°-Modell zusammenzufügen. Manuelle Unterstützung durch den Nutzer ließ sie nicht zu.
Auf der CES 2017 kündigte HP die zweite Generation des Sprout Pro an, passend G2 genannt. So sieht sie aus:

Das Gesamtdesign wurde überarbeitet, und der All-in-one-Rechner ist nun in Batman-tauglichem Schwarz erhältlich. Sowohl der gewöhnliche Touchscreen als auch die Touchmatte sind beim neuen Sprout größer: 23.8 und 21.3 Zoll. Wichtiger ist jedoch, dass jetzt beide Full-HD-Auflösung bieten. Beim ursprünglichen Sprout fand ich die Grafik auf der Touchmatte zu pixelig. Das sollte nun behoben sein.
Auch der Grafikprozessor wurde aufgerüstet. Zum Einsatz kommt jetzt eine ordentliche Nvidia GeForce GT 960M. Wer den Computer für 3D-Arbeiten nutzen möchte, erhält damit eine deutliche Verbesserung gegenüber der ursprünglichen GT 945A. Der bereits überzeugende Core-i7-Prozessor wurde auf Intels neueste Chips der 7. Generation aktualisiert.
Für 3D- und 2D-Künstler ist die größere Touchmatte schon ein Vorteil, doch HP hat außerdem den Eingabestift überarbeitet. Es ist jetzt ein aktiver Stift mit 2048 Druckstufen.
All diese Neuerungen sind erfreulich. Wie zu erwarten, interessieren mich aber vor allem die Verbesserungen der 3D-Scan-Funktionen des Sprout Pro G2. Die gute Nachricht: Viele davon gehen auf HPs Übernahme des Herstellers professioneller 3D-Scanner DAVID zurück. Das folgende Foto macht das sehr deutlich:

Zunächst sieht man im Hintergrund einen DAVID-SLS-3-3D-Scanner und auf der Touchmatte den DAVID-TT-1-Drehteller. Beide werde ich diese Woche erhalten. Ein Testbericht folgt also bald. Die DAVID-Hardware wird natürlich nicht zum Lieferumfang des neuen Sprout gehören, aber nahtlos mit ihm kompatibel sein. Ich kann mir vorstellen, dass HP attraktive 3D-Scanning-Pakete schnüren wird.
Zum Lieferumfang des Sprout Pro G2 gehört hingegen neue 3D-Scan-Software, die auf DAVIDs langjähriger Erfahrung in diesem Bereich basiert. Sie lässt sich sowohl mit der separaten DAVID-Hardware als auch mit dem internen 3D-Scanner des Sprout G2 nutzen. Wie auf dem Foto oben zu sehen, bietet diese Software deutlich mehr Optionen als die des ursprünglichen Sprout und dürfte damit eher Profis ansprechen.
Auch die interne Hardware zur 3D-Erfassung wurde aktualisiert. In meinem Test des ursprünglichen Sprout hatte ich festgestellt, dass die eingebaute Intel-RealSense-3D-Kamera beim 3D-Scanning überhaupt nicht verwendet wurde. Es überrascht deshalb nicht, dass dieser Tiefensensor nicht zurückkehrt. Stattdessen enthält der Sprout Pro G2 einen Echtzeit-Tiefensensor, den HP gemeinsam mit Orbbec entwickelt hat, einem auf solche Hardware spezialisierten Unternehmen.
Ich habe ein großartiges Video von CRN gefunden, in dem Sprout-Erfinder Brad Short das verbesserte 3D-Scanning mit dem Sprout Pro G2 zeigt. Es macht deutlich, wie stark sich das Scannen mit der integrierten Hardware und Software verbessert hat. Im folgenden Video erstellt Brad zunächst interaktiv einen 3D-Scan eines Werkzeugs.
Das ähnelt stark dem Vorgehen mit einem Tiefensensor, doch die Software blendet Brads Hand beim Drehen des Werkzeugs geschickt aus. Die Texturen auf dem digitalen 3D-Objekt sehen zunächst sehr typisch für einen Tiefensensor aus, sind also nicht besonders gut. Die Software kann jedoch mit der nach unten gerichteten 14.6-Megapixel-Kamera einige Fotos aufnehmen und daraus eine hochauflösende Textur auf das Modell abbilden.
Ich bin mir nicht sicher, ob der Sprout Pro G2 weiterhin das segmentierte Streifenlicht-Scanverfahren des Vorgängers unterstützt. Falls ja, würde es vermutlich hochwertigere Netze liefern als die neue interaktive Erfassungsmethode. Es wäre deshalb schön, beide Möglichkeiten zu haben.
Der niederländische Sprout-Händler De Rekenwinkel hat mir gesagt, dass er versuchen wird, mir einen Sprout Pro G2 zur Verfügung zu stellen, wie er es freundlicherweise schon beim Vorgänger getan hat. Folgen Sie mir auf Twitter, Facebook oder Instagram, um zu erfahren, wann es so weit ist.
Diese Woche beginne ich mit dem Test des professionellen HP/DAVID-SLS-3-3D-Scanners. Er dürfte bereits gute Einblicke in die Software geben.