Formlabs hat den Fuse X1 angekündigt, eine neue industrielle Anlage für das selektive Lasersintern, die 3D-Druck mit hohem Durchsatz für Entwicklungs- und Produktionsteams zugänglicher machen soll.
Nach Angaben von Formlabs liefert der Fuse X1 Bauteile in Produktionsqualität mit bis zu dreifacher Produktionskapazität gegenüber konkurrierenden Systemen und senkt gleichzeitig die Teilekosten um bis zu 50%. Mit einem Einstiegspreis von $84,999 richtet sich das System an Unternehmen, die industriellen SLS-3D-Druck ins eigene Haus holen möchten, ohne den Platzbedarf oder die Komplexität, die häufig mit älteren Anlagen verbunden sind.
Ein deutlich größerer Bauraum steht im Zentrum der Markteinführung. Der Fuse X1 bietet eine Baukammer von 330 × 330 × 565 mm und kann Teile mit einer Länge von bis zu 713 mm herstellen. Dadurch müssen Konstruktionen vor Druck und Montage seltener in mehrere Abschnitte geteilt werden. Laut Formlabs verfügt das System über das 7.5-fache Bauvolumen des Fuse 1+ 30W und benötigt dabei weniger als die Hälfte der Stellfläche vieler herkömmlicher industrieller SLS-Plattformen.
Der Fuse X1 ist Teil eines Ökosystems, das den Fuse Sift X1 zur Pulverrückgewinnung, den Fuse X1 Vacuum Conveyor für das Pulvermanagement und eine Version des Fuse Blast mit hoher Kapazität zur Reinigung und Politur fertiger Teile umfasst.
Erste Anwender betonen die Auswirkungen auf ihre Produktentwicklungsabläufe. Nach Angaben von Agostino LoBello, Product Development Engineer bei Radio Flyer, hat die Technologie die Prototypenfertigung erheblich beschleunigt. „Mit dem Fuse X1 können wir jetzt ein komplettes Flyer Loop Lasten-E-Bike über Nacht drucken und es am nächsten Tag zusammenkleben“, sagte LoBello. „Damit sind wir von zwei Monaten auf zwei Wochen und schließlich auf ein paar Tage gekommen.“ Das System ermöglicht dem Team des Ingenieurs, „dreimal so häufig zu iterieren und dabei nur ein Neuntel der Arbeitszeit aufzuwenden“. So können sich die Entwickler stärker auf die Produktentwicklung und weniger auf die Vorbereitung von Produktionsmodellen konzentrieren.
Für Hersteller mit hohen Stückzahlen ist der Durchsatz ein wesentlicher Vorteil. Evan LaBelle, CEO von Autotiv Manufacturing, sagte, dass der Fuse X1 „etwa die Hälfte der Anschaffungskosten und ungefähr den doppelten Durchsatz“ vergleichbarer Systeme bietet. Er wies außerdem darauf hin, dass sich dank der kompakten Stellfläche mehr Maschinen auf derselben Produktionsfläche einsetzen lassen. Das ermöglicht höhere Produktionsmengen und schnellere Lieferzeiten.
Zum Marktstart unterstützt der Fuse X1 Nylon 12 Powder. Nylon 11 Powder soll bis Ende 2026 folgen; Nylon 12 GF Powder und TPU Powder werden für 2027 erwartet.
