Wenn Chirurgen bei IU Health vor einer Operation ein präzises physisches Modell eines Tumors oder der Anatomie eines Patienten benötigen, müssen sie nicht mehr wochenlang auf die Lieferung eines externen Anbieters warten. Mit dem IU Health 3D Print Studio, einem der ersten von der FDA freigegebenen klinikinternen 3D-Druckprogramme in den USA, können Ärzte ein patientenspezifisches anatomisches Modell in nur 24 Stunden herstellen.
Für Krebspatienten ist dieses Tempo besonders wichtig, weil die Zeitfenster für die Behandlung eng sind. „Wenn ein Patient zu uns kommt, versuchen wir, ihn so schnell wie möglich zu operieren“, sagte Dr. Avinash Mantravadi, Associate Professor für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde und Kopf-Hals-Chirurgie bei IU Health. Ein Labor direkt vor Ort kann dieser Dringlichkeit unmittelbar gerecht werden: „Wir können einen Patienten untersuchen und ihn schon in der nächsten Woche operieren, haben das Modell aber trotzdem vorher zur Verfügung.“
Die digitalen Zwillinge werden direkt aus den individuellen bildgebenden Untersuchungen jedes Patienten erstellt. Ihr Nutzen geht über eine schnellere Terminplanung hinaus. Chirurgen verwenden sie zur präoperativen Planung, damit die Behandlungsteams komplexe Eingriffe durchgehen können, bevor jemand den Operationssaal betritt. Außerdem sind sie wirkungsvolle Hilfsmittel für die Kommunikation. „Oft kommen Patienten mit fortgeschrittenen Erkrankungen zu uns, bei denen Eingriffe nötig sind, die sich nur schwer nachvollziehen lassen“, sagte Mantravadi. Ein physisches Modell der eigenen Anatomie in den Händen zu halten, verändert dieses Gespräch.
Ein weiterer wesentlicher Vorteil sind Kosteneinsparungen. Durch die Herstellung im eigenen Haus entfallen Gebühren externer Anbieter, die sonst Patienten und Gesundheitssystem tragen müssten. „Je mehr wir davon selbst im Haus erledigen können, desto größer werden die enormen Kosteneinsparungen sein“, sagte Dr. Christopher Collier, Leiter der Abteilung für muskuloskelettale Onkologie.
Für IU Health bietet das Studio mehr als effizientere Abläufe. Mantravadi formulierte es so: Ein klinikinternes 3D-Drucklabor „bringt uns an die vorderste Front von Verfahren, die wir als hochmodern bezeichnen würden.“
