3D-Druck für mehr Leistung: ein Blick auf Pidcocks Bolide F

Tom Pidcock geht beim 19.6km langen Mannschaftszeitfahren am Samstag in Barcelona auf einem Pinarello Bolide F an den Start und eröffnet damit seine Tour de France 2026, wie Cycling Weekly berichtet. Das Rad ist darauf ausgelegt, jede mögliche Sekunde herauszuholen. Überraschenderweise stammt ein beträchtlicher Teil dieses Tempos aus dem 3D-Drucker!

Während seine Teamkollegen von Pinarello Q36.5 das Bolide F in der serienmäßigen Kombination aus Marineblau und Gold fahren, erhält Pidcock eine individuelle Lackierung in Schwarz und Gold. Der Rahmen übernimmt Technik vom Bolide F HR, dem Rad, das Italiens Bahnradsportteams bei olympischen Ausdauerwettbewerben nutzten. Besonders sichtbar sind die gerippten „AirStream“-Kanten an Sitzrohr und Sattelstütze, die den Luftwiderstand verringern sollen.

Am Cockpit zahlt sich der Drucker besonders aus. Ein Aufbau mit zwei Stapeln und fünf Distanzstücken trägt maßgefertigte einteilige Lenkeraufsätze von Most. Jeder Aufsatz ist mit zwei 3D-gedruckten Gitterstreifen ausgestattet, die die Unterarme polstern, ohne viel aufzutragen. Dieselbe offenporige Struktur findet sich auch auf einem leistungsorientierten Fahrradsattel.

Beim Antrieb setzt Pidcock auf eine komplette SRAM Red AXS-Gruppe mit integriertem Leistungsmesser, kombiniert mit einem ungewöhnlich einfachen 1x-Aufbau: Ein einzelnes Kettenblatt mit 60 Zähnen treibt über kurze Kurbelarme von 160mm eine breit abgestufte 10-36T-Kassette an. Eine Kettenführung von Wolf Tooth ergänzt das abwechselnd schmale und breite X-Sync-Zahnprofil, damit die Kette auch in Barcelonas technisch anspruchsvollen Kurven sicher sitzt. Die Kette selbst wurde gewachst, um die Reibung im Antrieb zu reduzieren.

Das kleinste Detail ist möglicherweise das cleverste: Beide Kurbelarme wurden an ihren tretlagerseitigen Enden mit 3D-gedruckten Stopfen verschlossen. Das glättet die Oberfläche an Stellen, an denen sich die Luft sonst verfangen würde. Es ist nur ein kleiner Vorteil, doch bei einer Mannschaftsleistung über 19.6km sind es oft genau solche Details, die die Anwärter auf die Gesamtwertung vom restlichen Feld trennen.

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